Gasversorger VNG meldet Verlust

karrieretrends-news-verbundnetz-gas-vng-logoObwohl der Gasversorger Verbundnetz Gas (VNG) Umsatz und Gasabsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr steigern konnte, meldet der Konzern einen Verlust in Höhe von 211 Millionen Euro. Marktpreise unterhalb der in langfristigen Lieferverträgen vereinbarten Abnahmepreise tragen für die Hauptverantwortung.

Die VNG AG verkaufte im Geschäftsjahr 2011 rund 235 Milliarden Kilowattstunden und konnte damit ihren Absatz um 6,8 Prozent erneut steigern. Bei der VNG-Gruppe – zu der die ausländischen Töchter gehören – fiel die Absatzsteigerung mit 286 Milliarden Kilowattstunden noch höher aus. Dies sind 14,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Durch den Mehrabsatz sowie die durchschnittlich gestiegenen Verkaufspreise erzielte die VNG gegenüber dem Vorjahr höhere Umsatzerlöse von rund 6,4 Milliarden Euro. Die Umsätze konnten um gut 21 Prozent zulegen. Der Umsatz der VNG-Gruppe stieg um rund 30 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro.

Allerdings musste das mitteldeutsche Energieunternehmen trotz des Absatz- und Umsatzplus einen deutlichen Ergebnisrückgang verzeichnen. Für die VNG-Gruppe errechnet sich ein Jahresfehlbetrag von 211 Millionen Euro, Die AG weist einen Fehlbetrag in Höhe von 260 Millionen Euro aus.

Grund dafür ist nach Meldungen des Unternehmens vor allem das Überangebot an Erdgas in Europa. Darüber hinaus blieb der Erdgasverbrauch in Deutschland um gut zehn Prozent hinter dem Wert des Vorjahres zurück. Hauptursache war die deutlich mildere Witterung. Daneben lag der Einkaufspreis für Erdgas aus den langfristigen Verträgen über dem marktüblichen Verkaufspreis. Als Erdgasimporteur war auch die VNG davon betroffen, so Vorstandsvorsitzender Karsten Heuchert.

Um zukünftig ein besseres Ergebnis liefern zu können, sei man in Preisverhandlungen mit den Produzenten. Erste Einigungen mit wichtigen Vorlieferanten konnten laut Heuchert bereits erzielt werden. Außerdem will sich die VNG-Gruppe weiter auf ihre vier Kerngeschäftsfelder konzentrieren. Dazu gehören neben Exploration und Produktion (E&P), Handel der Transport sowie die Speicherung von Erdgas. Besonders der Gashandel wird nach Einschätzung des Unternehmens positive Effekte erzielen.

Einen Großteil der Gasmengen bezieht die VNG nach wie vor auf der Grundlage von Langfristverträgen aus Russland mit 29 Prozent, Norwegen mit 17 Prozent und 13 Prozent von deutschen Produzenten. Auch die Exploration und Produktion von Erdgas ist für VNG ein weiterer wichtiger Bestandteil der Beschaffungsstrategie. Die Tochtergesellschaften VNG Norge sowie VNG Danmark sollen langfristig zehn Prozent des jährlichen Erdgasbezuges sichern. VNG Norge erwarb 2011 im Rahmen der staatlichen Vergaberunden sechs neue Lizenzen auf dem Norwegischen Kontinentalschelf. Im Januar 2012 kamen sechs weitere Lizenzen dazu.

Für 2012 rechnet das Unternehmen mit einer deutlichen Verbesserung der Geschäftsentwicklung. Der Vorstandsvorsitzende erwartet ein Ergebnis, das in etwa dem Niveau des Geschäftsjahres 2010 entspricht.

Bildquelle: VNG AG / www.vng.de

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